Kultur & Freizeit

Nachdem ich (Matthias) mich langsam mit einem Leben in einem Rollstuhl abgefunden hatte, begann ich mich wieder langsam für meine Umwelt zu interessieren und nach neuen, im Rollstuhl möglichen Hobbies und Bereicherungen zu suchen. Nach den ersten Wochen in Freiburg außerhalb meiner Wohnung war ich sehr ernüchtert, traurig und alleine.

Wirklich niemand empfing mich mit offenen Armen. Weder die VAG noch das FREILab oder die Kultur- und Museumslandschaft. Entweder unmöglich oder sehr kompliziert sind auch Besuche im Kino oder zusammen mit Freunden essen zu gehen.

 

Genau so illusorisch ist es, spontan noch "einen trinken" zu gehen. Wir müssen alles vorher telefonisch abklären  (erreichen Sie jemanden in einer Bar am Nachmittag?) oder per E-Mail, und diese E-Mails werden manchmal gar nicht beantwortet.

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Von den vielen schönen Freizeit- und Kulturangeboten in Freiburg kommen nur noch wenige bei uns an:

Nachdem ich (Matthias) mich langsam mit einem Leben in einem Rollstuhl abgefunden hatte, begann ich mich wieder langsam für meine Umwelt zu interessieren und nach neuen, im Rollstuhl möglichen Hobbies und Bereicherungen zu suchen.

 

Nach den ersten Wochen in Freiburg außerhalb meiner Wohnung war ich sehr ernüchtert.

 

Keiner da draußen hieß mich willkommen. Es fing schon bei den VAG-Fahrer an, die mir beizubringen versuchten, was ich mit meinem Stuhl alles kann (beim Rampen Hinlegen wurde mir regelmäßig gesagt, dass andere das ja ohne hinbekommen), nachdem sie widerwillig Ihren Platz verlassen mussten.

 

Oder Sie belogen mich, weil Sie behaupteten hier darf man keine Rampe auslegen. Mal abgesehen von den Schwierigkeiten, sich überhaupt durch Freiburg zu bewegen. 

Und es ist fast egal, wofür man sich interessiert in Freiburg, überall stößt man auf Barrieren.

Will man in Geschäfte - Stufen und die Regale sind so eng, dass man nicht durchkommt.


Will man etwas Essen - Stufen und keine Möglichkeit zur Toilette zu gehen.


Will man ins Kino - Meistens nicht mit Rollstuhl erreichbar oder man bekommt einen so schlechten Platz, dass man nach der Hälfte des Films Nackenschmerzen hat.


Will man in einen Verein wie z.B. das FREILab - Wird man nicht Willkommen geheißen und muss für einfachste Anpassungen betteln und kämpfen.


Will man in ein Museum - Kommt man entweder nicht rein oder wird vom Personal übergangen.

Will man dann abends wenigstens noch den Frust runterspülen in einer Kneipe z.B. Räng Teng Teng: Stufen, weil im Keller. *miss­ver­gnügt*


Was auch immer man unternehmen will: Ohne umfangreiche Planung steht man meist vor einer Barriere. Die kaum zu überwinden ist.

Es gibt 25.000 behinderte Menschen in Freiburg, die von einer Teilhabe am Leben massiv ausgeschlossen werden, weil so vieles nicht barrierefrei ist.

Das darf doch so nicht weiter gehen!